Phishing: Rechte gegenüber der Bank – ein allgemeiner Überblick

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Nach einem Phishing-Vorfall mit unberechtigten Abbuchungen ist die rechtliche Ausgangslage häufig besser als vielfach angenommen. Der folgende Überblick erklärt allgemein die Rechtslage und die üblichen nächsten Schritte.

Die Rechtslage im Überblick

Bei einer nicht autorisierten Zahlung ist die Bank grundsätzlich zur Erstattung verpflichtet (§ 675u BGB). Die Beweislast liegt bei der Bank (§ 675w BGB): Sie muss nachweisen, dass der Kunde autorisiert oder grob fahrlässig gehandelt hat. Nach § 675v Abs. 4 BGB haftet der Kunde selbst bei grober Fahrlässigkeit nicht, wenn die Bank keine ordnungsgemäße starke Kundenauthentifizierung durchgeführt hat.

Übliche nächste Schritte

  • Konto und Karten sperren (zentrale Sperr-Hotline 116 116).
  • Belege sichern (Kontoauszüge, erhaltene Nachrichten).
  • Strafanzeige bei der Polizei oder online erstatten.
  • Die Bank schriftlich zur Erstattung auffordern und eine Frist von 14 Tagen setzen.
  • Formulare, in denen ein eigenes Verschulden eingeräumt werden soll, nicht ungeprüft unterschreiben.

Wenn die Bank ablehnt

Eine pauschale Ablehnung mit Verweis auf grobe Fahrlässigkeit hält einer rechtlichen Prüfung oft nicht stand. Ein garantierter Erfolg lässt sich nicht versprechen; maßgeblich ist immer der Einzelfall.

Aktuelle Entwicklung (EuGH C-70/25)

In den Schlussanträgen des EuGH-Generalanwalts vom 05.03.2026 wird vertreten, dass die Bank zunächst erstatten muss und erst danach eine Rückforderung prüfen darf. Ein Urteil des EuGH steht noch aus; das Gericht ist an die Auffassung nicht gebunden.

Kosten

Mit Rechtsschutzversicherung werden die Kosten in der Regel übernommen. Im Erfolgsfall trägt die Bank die Kosten der Rechtsverfolgung. In geeigneten Einzelfällen ist ein Erfolgshonorar nach § 4a RVG möglich*.

Weitere Informationen

Bankspezifische Hinweise finden Sie hier: Sparkasse, Commerzbank, ING.

Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.